Doch einst lachte noch einer über ihre Witze – bei Wein
Das war ihr Vetter die Made
Jetzt ist er weg
(und lebt im Speck)
Wie schade
Ent- und Verhüllungen des gehirnunumwundenen großfredianischen Megafreds.
Als meine Mitbewohnerin auszog, da hatte ich ein neues Leben geschenkt bekommen. Von ihr. Denn ich darf nun zum ersten Mal in meinem gar kurzgefristeten Leben 2 Räumlichkeiten bewohnen. Oh, was habe ich mich gefreut! Getanzt hab ich auf den ollen Dielen, dass der Herr Junker unter mir schon eine Erdbebenwarnung durchgegeben hat. Und dann habe ich angefangen eine Art hyperaktive Putzorgie zu veranstalten. Dutzende einst liebgewonnene Staubflocken und ihre Halbgeschwister wurden dem Staubsaugermagen zugeführt. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich Massenmord begangen habe. Ganze Staubgenerationen wurden ausgelöscht. Ein KZ bei mir zuhause. Aber die Vorfreude auf das vergrösserte Raummaß hat das schlechte Gewissen dann ganz schnell weggewischt.



Die Wollmäuse habe ich jetzt geschoren. Es gibt spezial Schermaschinen in Mäuseformat. Das wusste ich auch nicht, aber heutzutage gibt es ja alles was das Herz begehrt. Die Mäusemaschine habe ich mir aus Neuseeland einfiegen lassen, denn hier in Deutschland gibt es keine Mäusescherer. Nur Zwergdackelscher-Weltmeisterschaften. Ich habe einen ganzen Tag gebraucht um alle 28 Mäuse kahl zu machen. Kaum waren alle geschoren, haben die ersten Nacktmäuse angefangen zu hüsteln. Ich glaube, die haben das extra gemacht um mich zu tollschocken. Aber weil sie auch leicht niesten, sich in die Pfötchen hauchten und sich die Arme um den Körper schlugen, habe ich mir ernstlich Sorgen gemacht. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die eben gewonnene Exklusivwollmauswolle wieder zu verspinnen um daraus den Wollmäusen etwas zum Anziehen zu stricken. Ich habe 1 Woche lang Tag und Nacht gesponnen. Es war nicht leicht, da die Haare so kurz sind. Jetzt bin ich schon dabei die ersten Rollkragenpullover fertig zu stellen. Damit die Mäuse bis dahin nicht auskühlen, habe ich ihnen Tempotaschentücher gegeben um sich darin einzuwickeln. Einige haben sie sich so raffinös umgehängt, dass sie aussehen wie Ghandi. Brauche noch 3 Pullover und 5 Hosen, dann sind alle Mäusekinder angezogen. Nächstes Mal schere ich die Mäuse lieber im August. 

Es ist kalt heute. Ich habe alle Staubflocken zusammengerufen und ihnen erklärt, dass sie ganz nah zusammenrücken müssen. Das ist gut für den sozialen Hintergrund und auch gut für mich. Ich lege mir die Flusen um den Körper und spare so Heizkosten. Es ist erstaunlich, wie warm einem dabei werden kann. Manchmal ziehe ich mir sogar unter den Flockflusen meine Socken aus. Es ist ganz kuschelig mit dem fluffigweichen Pelz. Und lustig ist es auch, weil viele Flocken wie Teenager herumalbern und kichern. Ich muss aufpassen, dass ich dann nicht zu laut lache, weil sonst mein Staubmantel auseinander stiebt. Das ist dann so ähnlich, wie damals beim Urknall. Da wurde ja die Welt erschaffen. Und auch der Staub. Ich habe also im Grunde manchmal den Urknall bei mir im Wohnzimmer.
Heute habe ich Halsschmerzen. Das ist psychosomatisch, sagt meine Mutter. Die sagt oft so schlaue Sachen, obwohl sie eigentlich gar nicht so schlau ist. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass sie Mutter ist. Vielleicht wird eine Frau ja schlau, wenn sie ein Kind gekriegt hat. Vielleicht ist sie vorher ja total dumm und blöd. Dann wäre ich das ja jetzt auch... Ich hab ja noch kein Kind gekriegt. Aber ich hab ja auf jeden Fall Halsschmerzen. Das ist auch blöd. Weil, da kann man nämlich nicht gut schlucken. Die Haferflocken bleiben einem stecken und auch die eigene Spucke. Plötzlich merkt man, dass man ständig die eigene Spucke schluckt. Das fällt einem sonst gar nicht so auf. Eigentlich total ekelig. Wer mag schon Spucke? Würdest du freiwillig Spucke in den Mund nehmen? Ich nicht.
Wenn ich Dackel sehe, muss ich jetzt immer weinen, weil die mit ihren kurzen Beinen ein bisschen so aussehen wie der Ferdi. Der Dackel aus meiner Nachbarschaft ist aber anders. Er kackt alles voll. Das hat der Ferdi nie getan. Der Ferdi ist immer auf seine Sandkiste gegangen. Ich habe den Dackel jetzt mal beobachtet. Jeden Tag scheisst er 4 mal vor unsere Wohnanlage. Und jedesmal lässt der alte Herr Junker alles liegen. Ich habe jetzt angefangen die Kringelwürstchen vom Teckel-Dackel in einer Alditüte zu sammeln. Wenn ich genug habe, dann kann ich daraus eine Zwischenwand basteln. Dung ist ein natürlicher Baustoff. In Afrika bauen sie auch mit Kuhfladen und Kamelkacke ganze Häuser. Teckelscheisse muss also auch gehen. Ich wollte einen Teil vom Wohnzimmer abtrennen, damit ich, wenn ich mal Gäste habe, auch ein Gästezimmer vorweisen kann.
Heute gibt’s gequirlte Scheisse, die mach ich am liebsten. Es gibt nichts Feineres. Man kann hervorragend damit kochen. Wenn Gäste unangemeldet erscheinen, dann kann ich als perfektes Hausweibchen meinen Scheissepudding hervorzaubern. Sieh an! Oh, ein gar leckerer Happen für zwischendurch. Und alle sind zufrieden. Es ist schön, wenn alle zufrieden sind.
Huldigungen können im Gästebuch von Megafredo hinterlassen werden.